Tochter von Caroline von Monaco muss Bericht über Vernissagebesuch hinnehmen

Bundesgerichtshof

Urteil v. 18.10.2011 - Az.: VI ZR 5/10

Leitsatz

Die Presse darf im Rahmen einer Wort-Bild-Berichterstattung über einen Vernissagebesuch der Tochter von Prinzessin Caroline von Monaco einen Artikel veröffentlichen. Dies gilt auch dann, wenn die Tochter nicht in die Bildveröffentlichung eingewilligt hat.

Sachverhalt

Bei der Klägerin handelte es sich um die Tochter der monegassischen Prinzessin Caroline von Monaco. Diese wehrte sich dagegen, dass die beklagte Zeitung ein Bild von der Klägerin veröffentlichte, das diese auf einem Vernissagebesuch zeigte. Das Bild wurde mit den Worten beschrieben, dass die Klägerin zusammen mit einem Galeristen und Millionenerben und einer weiteren Besucherin ein Bild diskutierten. Dabei wurde erwähnt, dass die Klägerin Kunstkolumnistin war und dass die Galerie dem "Rolling Stones"-Musiker Ron Wood gehörte.

Die Klägerin war der Ansicht, dass es sich nicht um ein Bild der Zeitgeschichte handle und die nicht genehmigte Veröffentlichung daher auch nicht zulässig sei.

Entscheidungsgründe

Das höchste deutsche Gericht wies die Klage ab.

Es führte in seiner Begründung aus, dass die Veröffentlichung von Bildern grundsätzlich nur mit der Einwilligung der Abgebildeten zulässig sei. Eine Ausnahme hiervon sei nur dann gegeben, wenn es sich um ein Bildnis der Zeitgeschichte handle. Dabei zählten zugunsten der Pressefreiheit nicht nur Vorgänge von historisch-politischer Bedeutung, sondern auch alle Fragen von allgemeinem gesellschaftlichen Interesse.

Vorliegend habe es sich um einen unterhaltenden Beitrag gehandelt, der einen Vernissagebesuch einer berühmten Persönlichkeit thematisierte. Auch wenn es sich grundsätzlich um eine geschlossene Gesellschaft gehandelt habe, sei es üblich, dass dort auch Fotos angefertigt würden. Dies habe die Prinzessin hinzunehmen, zumal sie nicht nur aus rein privatem Anlass anwesend gewesen sei, sondern im Zuge ihrer beruflichen Tätigkeit als Kunstkolumnistin.

Dass über derartige Veranstaltungen publikumswirksam berichtet werde, sei selbstverständlich. Vor allem, weil es sich um die Galerie des "Rolling Stones"-Musikers Ron Wood und um Werke eines Warhol-Schülers handle.