Kundenadressen sind Geschäftsgeheimnisse

Oberlandesgericht Koeln

Urteil v. 05.02.2010 - Az.: 6 U 136/09

Leitsatz

Kunden-Adressen, welche ein Unternehmen durch eigene Recherche über einen langen Zeitraum gesammelt hat, stellen für das Unternehmen ein wertvolles Geschäftsgeheimnis dar. Die ungefragte Verwertung dieser Datensammlung durch einen Dritten ist daher rechtswidrig.

Sachverhalt

Der Kläger war ein Unternehmen, welches Tierfutter vertrieb. In jahrelanger und mühsamer Recherche hatte das Unternehmen Adresslisten potentieller Kunden zusammengesammelt. In den Räumen der Beklagten, einem Konkurrenzunternehmen, wurde bei einer Durchsuchung eine elektronisch gespeicherte Auflistung dieser Adresslisten beschlagnahmt.

Der Kläger begehrte daher Unterlassung. Er war der Auffassung, dass es sich um Geschäftsgeheimnisse handle, welche die Beklagte nicht ungefragt verwerten dürfe.

 

Entscheidungsgründe

Die Richter folgten der Argumentation des Klägers und gaben ihm Recht.

Bei der Auflistung der über Jahre gesammelter Kundenadressen sei von schützenswerten Geschäftsgeheimnissen auszugehen. Die Angaben über die potentiellen Kunden habe der Kläger mühsam recherchiert und dann aufwendig in sein Kundensystem eingepflegt.

Ein so wertvolles Konvolut von Anschriften werde kein Betriebsinhaber gegenüber seinen Mitbewerbern oder der Öffentlichkeit ohne Not offenlegen. Insofern sei auch nicht der Einwand der Beklagten überzeugend, dass sie die Datensammlung habe ohne weiteres verwerten dürfen.